The Bees von Laline PaullThe Bees Laline Paull
erschienen: 2015, Design: Sara Wood

Bienen scheinen ja nach der Ananas der letzte Schrei auf der Modewelle zu werden. Zumindest wenn man meinem Instagram-Feed glauben darf. In der Realität dagegen sterben uns die Bienen ironischerweise gerade weg – ich würde gerne sagen „wie die Fliegen“, nur dass die verdammten Fliegen sich weiter fröhlich vermehren, wie Plagegeister es eben so tun. Diese Woche jedenfalls habe ich in Sachen Cover auch ein paar Bienen aufgetan.

Wie so oft überzeugt mich mal wieder die reduzierte Farbgebung und die Mischung aus schlichten Bildmotiven, einem Hauch geometrischer Formen und einer tragenden Typografie. Es ist vielleicht nicht das schönste Cover aller Zeiten, aber es besitzt doch eine gewisse aufgeräumte Ästhetik, eine simple Symbolik und einen harmonischen Kontrast. Als bekennende Verehrerin des Minimalismus spricht mich dieses Cover jedenfalls an, auch wenn ich es mir nun nicht dringend ins Regal stellen muss.

Klappentext:
Born into the lowest class of her society, Flora 717 is a sanitation bee, only fit to clean her orchard hive. Living to accept, obey and serve, she is prepared to sacrifice everything for her beloved holy mother, the Queen. But Flora is not like other bees. Despite her ugliness she has talents that are not typical of her kin. While mutant bees are usually instantly destroyed, Flora is removed from sanitation duty and is allowed to feed the newborns, before becoming a forager, collecting pollen on the wing. She also finds her way into the Queen’s inner sanctum, where she discovers secrets both sublime and ominous. But enemies are everywhere, from the fearsome fertility police to the high priestesses who jealously guard the Hive Mind. And when Flora breaks the most sacred law of all her instinct to serve is overshadowed by an even deeper desire, a fierce love that will lead to the unthinkable …Laline Paull’s chilling yet ultimately triumphant novel creates a luminous world both alien and uncannily familiar. Thrilling and imaginative, ‚The Bees‘ is the story of a heroine who, in the face of an increasingly desperate struggle for survival, changes her destiny and her world.


Laline Paull: The Bees
ISBN: 9780062331175
352 Seiten, TB


Cover

Ammonite von Nicola GriffithAnthropologin Marghe erhält die einmalige Chance für ein halbes Jahr die Bevölkerung des Planeten Jeep zu studieren. Das Besondere an dieser Welt: sie wird ausschließlich von Frauen bewohnt, nachdem ein Virus alle Männer, und auch einen nicht geringen Teil der Frauen, dahingerafft hat. Im Zuge ihrer Untersuchungen auf Jeep soll Marghe gleichzeitig im Selbstversuch einen Impfstoff für ihren korrupten Auftraggeber Company testen. Zunächst laufen die Dinge gut, doch dann wird Marghe von einem der wilderen Stämme auf Jeep gefangen genommen.


Jeeps natives were one hundred percent female, and there was a virus loose.

Planet Jeep wurde vor hunderten, vielleicht auch tausenden von Jahren entdeckt, besiedelt und dann vergessen. Über die genauen Umstände erfährt man im Laufe der Handlung leider nur wenig, aber es genügt um eine solide Erklärung für das ein oder andere zu bekommen. Als Jeep nun nach etlichen Jahren der Isolation von dem Unternehmen Company wiederentdeckt wird, möchte man diese Welt gerne um die Ressourcen erleichtern. Die ersten Mitarbeiter die hinuntergeschickt werden entdecken aber recht schnell, dass die native Bevölkerung ausschließlich aus Frauen besteht. Bald schon fangen die Neuankömmlinge auch an zu begreifen weshalb: einer nach dem anderen werden sie krank und während etwa jede fünfte Frau in der Folge stirbt, überlebt bei den Männern niemand. Die überlebenden Frauen können als Träger des außerirdischen Virus nicht mehr evakuiert werden und befinden sich nun fünf Jahre später noch immer auf Jeep, isoliert von den einheimischen Stämmen, dirigiert von Company und wartend darauf, dass ein Heilmittel gefunden wird und sie zurück zur Erde können.

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Science Fiction

I Kill in Peace von Hunter SheaEigentlich führt Peter ein durchschnittliches Leben. Gerade ist er mit seiner Familie in einen neuen Bundesstaat gezogen um eine neue Stelle anzutreten, als ihm sein Chef desinteressiert mitteilt, dass Peter leider entlassen ist. Für Peter fängt der Alptraum damit allerdings erst an, denn ein Unbekannter verlangt von ihm den Ex-Chef zu ermorden.


The simitar was heavier than I thought it would be. A sliver of moonlight was snared by the blades’ polished surface.

I Kill in Peace von Hunter Shea ist eine kurze Erzählung die gewöhnlich beginnt und zum Weltuntergang führt. Dabei fängt alles ganz harmlos an, mit einem Familienvater der nichts weiter will als Feierabend zu machen, um zu seiner Frau und der kleinen Tochter zu kommen. Dann allerdings erhält Protagonist Peter eine mysteriöse Nachricht von einem unbekannten Absender, der sich selbst nur AO nennt. AO prophezeit Peter, dass er gleich entlassen werden wird. Was Peter zunächst für einen schlechten Scherz hält, wird jedoch kurz darauf Wirklichkeit.

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Fantasy Horror

A Cup of Salt Tears von Isabel YapIsabel Yap – A Cup of Salt Tears
erschienen: 2014, Illustration: Victo Ngai

Bevor der Tag um ist, gibt es heute endlich mal wieder ein neues Buchcover der Woche von mir. Diesmal mit der Gestaltung einer Kurzgeschichte aus dem Hause Tor Books.

Warum ich dieses Cover mag? Ich habe seit jeher einen kleinen Tick was japanische Designs und Kunst angeht. Victo Ngais Illustration schafft es moderne Illustration mit traditionellem Flair zu verbinden. Die Wellenlinien, die kleinen Koifische, die Figuren selbst und auch die harmonierende Farbgebung machen dieses Cover für mich zu einem runden Anblick. Es hat auch ein wenig den Charakter einer Seite aus einem Comic. Und obwohl diese dunkle Gestalt eher nach einem Dämon als nach einem Menschen aussieht, scheint die junge Frau ihr furchtlos gegenüber zu stehen. Es wirkt ruhig, fließend und exotisch. Die Geschichte lege ich gerne auf meinen virtuellen SUB für später.

Klappentext:
Makino’s mother taught her caution, showed her how to carve her name into cucumbers, and insisted that she never let a kappa touch her. But when she grows up and her husband Tetsuya falls deathly ill, a kappa that claims to know her comes calling with a barbed promise. „A Cup of Salt Tears“ is a dark fantasy leaning towards horror that asks how much someone should sacrifice for the one she loves.


Isabel Yap: A Cup of Salt Tears
ASIN: B00LRWICZ0
ca. 32 Seiten, eBook


Cover Monday BannerDer Cover Monday ist eine Aktion die von Maura von The emotional life of books ausgerichtet wird. Wenn ihr noch mehr schöne Cover entdecken wollt stöbert dort auch einmal durch Mauras Teilnehmerliste!

Cover

Gestern hat mir mein Hausgeist mitgeteilt, dass es demnächst eine neue coole Serie geben soll. Ein Mix aus Science Fiction und Western, mit Androiden und einem Freizeitpark. Hm, das klingt nicht nur spannend, dachte ich mir, sondern auch irgendwo vertraut. Ein kurzer Check mit Freund Google verriet, dass es sich um eine Art Remake des Films Westworld aus dem Jahr 1974 handelt, der wiederum auf dem gleichnamigen Buch von Michael Crichton basiert.

Westworld_Header-HBO

Westworld spielt in einem futuristischen Freizeitpark in dem man u.a. den Wilden Westen als Cowboy erleben kann. In Duellen tritt man gegen Androiden an und schießt mit scharfer Munition auf die Maschinen. Alles soll sich so echt wie möglich anfühlen. In anderen Arealen begibt man sich dagegen ins Mittelalter und so weiter. Das nahezu grenzenlose Vergnügen endet allerdings als die Androiden durch einen technischen Defekt, ein Bewusstsein entwickeln und beginnen Jagd auf die Menschen zu machen.

Sieht nicht übel aus, oder? Ich muss sagen das hat mich kurzfristig in euphorische Vorfreude versetzt, denn die Idee des Film von damals fand ich ziemlich spannend. Diesen futuristischen Vergnügungspark, mit Androiden, die für die interaktive Unterhaltung sorgen, ist einfach toll. Und seit Firefly und Cowboys vs. Aliens ist die Mischung von Sci-Fi und Western ja ohnehin mindestens salonfähig. Auch glaube ich, dass man aus Westworld mit den heutigen Möglichkeiten an Effekten noch einiges herausholen kann und so würde ich mir eigentlich gerne einen Platz in der ersten Reihe reservieren, während ich breit grinsend auf die kommende Ausstrahlung der 10-teiligen Serie warte.

Wenn das Wörtchen wenn nicht wäre…

Meine Vorfreude ist schlagartig verpufft als mir dämmerte, dass die Serie von HBO produziert wird. HB-fucking-O. Wenn es eine Sache gibt auf die ich mich bei HBO inzwischen verlassen kann, dann ist es sexuelle Gewalt – gegen Frauen, versteht sich von selbst. Denn Männer sehen sich nicht gerne in der Opferrolle. Welche Überraschung.
Sex scheint bei diesem Produzenten ohnehin ein eher freudloses Thema zu sein, bei dem es hauptsächlich um die Triebbefriedigung, nicht aber um menschliche Nähe geht. Nichts gegen guten Sex oder, wenn es sein muss, auch geschäftsmäßigen Sex, aber bei HBO ist eben nichts gut und nur selten einvernehmlich oder ohne intrigante Hintergedanken. Sie rechtfertigen die unnötig explizite Darstellung sexueller Gewalt auch noch mit dem Argument, so sei es schließlich historisch korrekt – und hier höre ich im Hinterkopf mindestens eine meiner historisch bewanderten Freundinnen ein Veto einlegen – als hätte die Darstellung etwas mit Historie zu tun.

Hm.

Man kann sich darüber streiten wie sehr ich mich anstelle oder nicht. Wenn ich pornografische Details sehen möchte, dann schalte ich einen Porno ein und keine Unterhaltungsserie. Ich bin nicht prüde. Ich störe mich nicht an ästhetischen erotischen Darstellungen, an schnellem Sex zweier Protagonisten oder einer orgiastischen Gruppe – auch wenn ich es deutlich interessanter finde, wenn die Details meiner Phantasie überlassen werden – solange ALLE ihren Spaß dabei haben. Woran ich mich aber ganz extrem störe ist diese ungesunde Einstellung zu sexueller Gewalt, die hauptsächlich (abstoßende) Männerphantasien bedient. Das ist weder gut für das Frauenbild, noch für das Männerbild. Allein dieser Artikel klingt schon wieder als wäre ich die Männerhasserin vom Dienst, aber das stimmt nicht. Es ist bloß so, dass ich mich oft bewusst, auch wegen solcher Philosophien von HBO, erst wieder selbst daran erinnern muss, dass ich persönlich schließlich viel mehr »gute« Männer kenne als kriminelle Männer. Man kann das schnell mal vergessen, wenn einem diese Gewalt tagtäglich drei, vier, fünfmal an allen Ecken und Enden entgegen springt und einen wie ein angenähter Schatten begleitet. Und so verabscheue ich HBO, seit ich die stummen Tränen der gerade (wiederholt) vergewaltigten Sklavin in Spartacus* gesehen und die ekelerregenden Dialoge dazu gehört habe, seit sich Daenerys vor dem aufgezwungenen Angetrauten auf die Knie begeben musste, seit … ach, sucht euch was aus, die Auswahl ist schließlich groß genug. Diese Szenen haben sich mir mit einer solchen Deutlichkeit eingebrannt, diese glorifizierte, in ästhetische Bildkulissen gekleidete Vergewaltigung, dass mir die Galle heute noch hochkommen könnte. Das hat ein kleines Trauma hinterlassen und das ist verflucht schade. Denn wenn man dieses eine Thema mal weglassen könnte, dann wären die Serien, die von HBO produziert werden, der Hammer. Optisch, an bühnenbildnerischem Aufwand und an der Qualität der Besetzung, steht dieser Sender einem Kinofilmproduzenten kaum nach. Es könnte großartig sein, wenn es eine weniger sexuell fokussierte Version der Produktionen gäbe, doch dann bliebe, wie eine Freundin so treffend feststellte, wohl nicht viel Material übrig.

Das Ende vom Lied ist also, dass ich Westworld, wie auch die vorherigen Serien, wohl niemals zu Gesicht kriegen werde, denn die Sache mit den Androiden ist prädestiniert dafür, von HBO zum Missbrauchsfest ausgebaut zu werden – insbesondere, weil es auch schon im Film einen entsprechend angedeuteten Dialog gibt, in dem Vergewaltigung als Freizeitvergnügen angeboten wird. Die Jungs und Mädels von HBO (Mädels … finde ich ja besonders paradox), werden sich darauf stürzen wie die Aasgeier auf den letzten Brocken Fleisch, in einem Radius von hundert Kilometern.

Aber ganz mag ich die Hoffnung trotzdem nicht aufgeben, weswegen ich meinen Hausgeist schon beauftragt habe, die Serie für mich vorzuschauen und mir dann ein Feedback zu geben. Vielleicht haut mich HBO ja mal richtig aus den Socken und macht es diesmal anders. Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt.

Tja. Als Fazit lässt sich wohl nur sagen: Das musste mal raus.


* Spartacus ist eigentlich keine HBO Serie, wurde aber von STARZ mit dem Ziel produziert HBO direkte Konkurrenz zu bieten.

Real Life Science Fiction