The Secret of Dreadwillow Carse von Brian FareyThe Secret of Dreadwillow CarseBrian Farrey
erschienen:  2016, Illustration: Matt Rockefeller

Mit dem heutigen Cover Monday schweife ich einmal ab in die Gefilde der Kinderbücher. Das fällt zwar als Lesestoff nicht in mein Beuteschema, das Cover hat mich mit seinen kalten Farben und der liebevollen Illustration dennoch angesprochen. Die kleinen Details laden einfach zum Verweilen ein. Seien es die Ziermuster des Umhangs, der knorrige Dornenbusch mit seinen wenigen roten Blättern, der Kerzenstumpf in der Laterne, die vollen hängenden Baumkronen oder die kleinen Lichtpunkte der Lampe. Es mag kein aufregendes Cover sein, dafür aber ein hübsches. Das Motiv könnte auch aus einem farbig illustrierten Comic sein. Neben kalten Farben und benachbarten Farbnuancen, gefällt mir auch das Spiel zwischen Licht und Schatten sehr und die räumliche Tiefe.

Klappentext:
In the center of the verdant Monarchy lies Dreadwillow Carse, a desolate bog the people of the land do their best to ignore. Little is known about it except an ominous warning: If any monarch enters Dreadwillow Carse, then the Monarchy will fall. Twelve-year-old Princess Jeniah yearns to know what the marsh could conceal that might topple her family s thousand-year reign.
After a chance meeting, Princess Jeniah strikes a secret deal with Aon, a girl from a nearby village: Aon will explore the Carse on the princess s behalf, and Jeniah will locate Aon s missing father. But when Aon doesn t return from the Carse, a guilt-stricken Jeniah must try and rescue her friend even if it means risking the entire Monarchy.
In this thrilling modern fairytale, Brian Farrey has created an exciting new world where friendship is more powerful than fate and the most important thing is to question everything.


Brian Farrey: The Secret of Dreadwillow Carse
ISBN: 978-1616205058
240 Seiten, HC


Cover Monday BannerDer Cover Monday ist eine Aktion die von Maura von The emotional life of books ausgerichtet wird. Wenn ihr noch mehr schöne Cover entdecken wollt stöbert dort auch einmal durch Mauras Teilnehmerliste!

Cover

Kennt ihr das? Ihr lest ein Buch, befindet das Buch für gut (vielleicht auch nicht), schreibt eine begeisterte Rezension und wünscht euch, dass mehr Menschen sich auf diesen Roman stürzen. Und dann stolpert ihr eines Tages in irgendeinem Blog über eine Neuankündigung, ein Cover für ein Buch, das gerade noch in Arbeit ist und doch habt ihr das Gefühl dieses Buch schon einmal gelesen zu haben. Eben das ist mir passiert.

Vor gar nicht langer Zeit habe ich Depth von Lev A.C. Rosen gelesen. Ein Buch das mir wegen seiner vermischten Genre aus Science Fiction und Krimi Noir, aber auch wegen des grundlegenden Settings viel Spaß bereitet hat. In dem Roman hat die Klimaerwärmung den Wasserpegel so weit ansteigen lassen, dass große Landmassen geflutet wurden und auch Manhatten ist nicht davon ausgenommen. So wurden die Stockwerke der Wolkenkratzer bis ins 21te Stockwerk geflutet. Doch anstatt die Gebäude und die statt aufzugeben, arrangieren sich die Menschen mit denen neuen Begebenheiten, leben in den Stockwerken oberhalb der Flut, bauen Brücken zwischen den alten Gebäuden und schippern mit Boten durch die ehemaligen Straßenzeilen. Das Ganze ist dabei sehr futuristisch, mit Technologien die es heute noch nicht gibt, also auch nicht der klassische post-apokalyptische Rückwurf ins feudale Zeitalter.

Mit all diesen Eindrücken, die ich mir in Depth angelesen habe, war ich doch ein klein wenig verwirrt, als ich auf vulture.com diese Neuankündigung für einen Roman von Autor Kim Stanley Robinson sah. Der Titel: New York 2140

Depth vs. New York 2140

Die Beschreibung zu New York 2140:

If sea levels rise over the next century as much as scientists predict, how will New York City survive? Sci-fi legend Kim Stanley Robinson’s latest novel, New York 2140, explores that very question, presenting a future metropolis in which „Every street [has become] a canal, every skyscraper an island.“ In Robinson’s telling, 22nd-century New Yorkers don’t simply flee for drier climes; instead, they dig in and adapt, the way they always have. Vulture is pleased to exclusively present the novel’s official cover art, which presents a vision of Manhattan where many downtown landmarks are completely underwater. The book hits stores on March 21, 2017 (…)
– Quelle: vulture.com

Ich hatte bei Sichtung des Covers, das zugegeben ziemlich schick aussieht, bereits ein arges Deja-vu. Die Szenerie hätte in jedem Detail geradewegs aus Depth sein können. Zusammen mit der Buchbeschreibung wird es noch schlimmer: die selbe Stadt, die selbe Zeit, das selbe geflutete Setting durch Klimaerwärmung. Es mag sein, dass Robinson, der im Vergleich zu Rosen ja ein recht bekannter Autor in der Sci-Fi Szene ist, das Thema völlig anders angeht und eben keinen Krimi Noir mit einmischt, trotzdem kommen mir die Parallelen etwas zu heftig und ein bisschen zu krass vor. Nun bin ich einerseits neugierig auf Robinsons Roman, weil ich Rosens Setting einfach sehr atmosphärisch, anders und spannend fand, andererseits schlägt meine Künstlerseele bei so vielen zufälligen(?) Überschneidungen Alarm. Gibt es vielleicht noch andere Romane mit eben diesem Setting, die meinen Eindruck vom geklonten Buch ein wenig abmildern könnten?

New York 2140 soll 2017 erscheinen. Bis dahin werde ich das Buch wohl argwöhnisch im Auge behalten und sehen, ob sich mit neuen Informationen auch mehr eigene Ansätze zeigen, die mich davon überzeugen, dass Robinsons mehr ist als ein frecher Klon.

Allgemein Science Fiction

Summerlong von Peter S. BeagleSummerlongPeter S. Beagle
erschienen: 2016, Illustrator: Magdalena Korzeniewska

Das neue Cover der Woche wird von einer Illustration der polnischen Künstlerin Magdalena Korzeniewska geziert, die ihre Zeichnungen mit Gelschreibern beginnt und sie anschließend digital perfektioniert. Wie genau das Perfektionieren bei ihr von statten geht weiß ich nicht, aber das ist bei einem so schönen Ergebnis auch egal. Wenn man näher in das Bild hinein zoomed sieht man die unzähligen kleinen Striche und Punkte, die mich ein bisschen an Van Gogh erinnern wenn ich ehrlich bin. Die dunklen Striche verleihen der Illustration jedenfalls eine interessante und wuselige Basis für die sanften Erdtöne und die feinen Kontraste in der Farbgebung. Und schaut euch diese vielen einzelnen Strähnen in der Haarpracht an! Da kriege ich direkt Lust selbst zum Gelstift zu greifen – ein bisschen auch auf Cola-Spaghetti-Schnüre. Ehem.

Klappentext:
It was a typically unpleasant Puget Sound winter before the arrival of Lioness Lazos. An enigmatic young waitress with strange abilities, when the lovely Lioness comes to Gardner Island even the weather takes notice.

As an impossibly beautiful spring leads into a perfect summer, Lioness is drawn to a complicated family. She is taken in by two disenchanted lovers—dynamic Joanna Delvecchio and scholarly Abe Aronson — visited by Joanna’s previously unlucky-in-love daughter, Lily. With Lioness in their lives, they are suddenly compelled to explore their deepest dreams and desires.

Lioness grows more captivating as the days grow longer. Her new family thrives, even as they may be growing apart. But lingering in Lioness’s past is a dark secret — and even summer days must pass.


Peter S. Beagle: Summerlong
ISBN: 978-1616962449
240 Seiten, TB


Cover Monday BannerDer Cover Monday ist eine Aktion die von Maura von The emotional life of books ausgerichtet wird. Wenn ihr noch mehr schöne Cover entdecken wollt stöbert dort auch einmal durch Mauras Teilnehmerliste!

Cover

Eigentlich bin ich ja ein toleranter Mensch. Unterschiedliche Meinungen sind normalerweise eine gute Gelegenheit um einmal über die eigene Einstellung nachzudenken, sich in fremde Perspektiven zu denken und ganz allgemein offen für Neues zu sein. Es gibt aber auch so Fälle, da ist ein Fakt ein Fakt. Wie zum Beispiel die Sache mit der Mathematik. Da ist 1+1=2. Immer. Man könnte fast munkeln es wäre ein Naturgesetz. Die selbe Rechnung könnte man jetzt auch mit anderen Zahlen machen. Nehmen wir doch z.B. eine Uhrzeit: 19:37 Uhr

Das wäre die Uhrzeit gewesen, mit der ich am 08.08.2016 planmäßig mit einem ICE der Deutschen Bahn in Dresden hätte ankommen sollen. Wie man das so kennt läuft bei der Bahn leider nie etwas planmäßig und so kam ich erst um 20:37 Uhr an.
In vier Jahren zwischen Dresden – Bonn und auch mal – Regensburg, – Nürnberg Herumtuckern, bin ich nicht ein einziges Mal pünktlich angekommen. Irgendwas zwischen 30-90 Minuten Verspätung ist immer drin, ganz zu schweigen von der Rennerei über Gleise die nicht angedacht waren, mit einem fetten Koffer, der das Treppensteigen so richtig lohnend für die Rückenübungen macht. Dieses Jahr habe ich daher etwas Verrücktes getan und mir gedacht: »Komm, wenn sie dir schon immer diesen Zettel (Formular zum Fahrgastrecht) in die Hand drücken, dann nutz ihn doch auch Mal.«

Was für eine dumme Idee…

Haha: verarscht!

Wie konnte ich nur annehmen, dass die Bahn, dieser gewaltige Konzern personifizierter Bahnheit, tatsächlich bereit wäre eine Erstattung auch tatsächlich auszuzahlen? Vermutlich bin ich einfach zu gutgläubig. Das Verarscher-Gen habe ich nicht so richtig in mir gefunden bisher, sonst wäre ich vermutlich Manager geworden. Dafür habe ich aber ein anderes Gimmick: das Aufmüpfer-Gen.

»Reg dich doch nicht auf«, meint mein Hausgeist. Als geborener Aufmüpfer der sich aus der untersten aller Gesellschaftsschichten nach oben kämpfen musste, tut man sich allerdings schwer damit den Mund zu halten, besonders wenn einem etwas gegen den Strich geht und wenn einen jemand an der Nase herumführen will. Sagen wir z.B. ich komme mit 60 Minuten Verspätung in meinem Zielbahnhof an, weil die Züge der Deutschen Bahn wie üblich verspätet sind, ich in Mainz meinen Anschlusszug verpasse und eine halbe Ewigkeit auf die nächste Fahrtmöglichkeit warten muss. Dann erhalte ich also von einem Mitarbeiter des Servicepoint DB ein Formular für Fahrgastrechte, welches ich bitte ausfüllen, in den bereits adressierten Umschlag stecken und abschicken soll, um eine 25% Erstattung meines Ticketpreises zu erhalten. Klingt eigentlich nett. Macht die verlorene Stunde nicht wirklich besser, aber immerhin ist es ein Entgegenkommen und sorgt für ein bisschen weniger Frust in dem ganzen Zugwechsel-Debakel. Dann allerdings kommt recht schnell die Ernüchterung.

Die Bahn möchte nicht zahlen.

Und weil sie nicht zahlen möchte muss sie sich etwas überlegen, wie sie aus der Nummer wieder rauskommt. Am Besten geht das über die Unterschlagung von Zeit. Zeit ist schließlich relativ, die kann man so schlecht nachweisen. Oder?
Ein paar Tage nach Abschicken meines Fahrgastrechte Formulars erhalte ich also einen Bescheid indem man mir mitteilt, dass eine Erstattung leider nicht möglich ist, weil Erstattungen erst ab 60 Minuten Verspätung gemacht werden und ich bloß 43 Minuten verspätet in Dresden eingetroffen sei.
Wow.
Und ich dachte doch tatsächlich ich könnte sowohl die Uhr, als auch die deutsche Sprache lesen und verstehen.

Die Uhren der Deutschen Bahn ticken anders.

So anders, dass mir niemand erklären kann, wie aus den tatsächlichen 60 Minuten eine Feststellung von 43 Minuten werden konnte. Das Schreiben geht auf die Herleitung dieses Ergebnisses freilich nicht ein. Da gibt es nur Endergebnisse. Als moderner Aufmüpfer habe ich mich mit meiner Irritation also an Twitter gewandt und meinen dezent vorhandenen Vorurteilen gegen Großkonzerne in einem sarkastischen Spruch Luft gemacht. An sich hätte es damit enden können. Das Geld interessierte mich zu dem Zeitpunkt schon nicht mehr, es ging hier ohnehin um Peanuts, was mich aber wurmt ist die Art und Weise wie die Bahn einen verarscht. Es gibt keine Erklärung für die 43 Minuten, nur eine Feststellung und das Wissen, dass es eine falsche Feststellung ist. Ich bin um genau 20:39 Uhr in Dresden angekommen. Nicht früher, nicht später.
Dann aber erhielt ich doch tatsächlich eine Reaktion vom Twitteraccount der Bahn und die Mär nahm ihren Lauf:

Was dann folgte, war eine halb amüsante Unterhaltung, bei dir ich mir dachte »hör doch bitte auf zu reden, es wird bloß noch schlimmer« – wobei er/sie sich immerhin wacker gegen meinen Sarkasmus geschlagen hat.

59 – von einem Bahnmitarbeiter bestätigte – Minuten.

Damit kann man arbeiten! Woraufhin ich den empfohlenen Einspruch einreichte (samt vorgerechneten Zeiten) und heute, gute 3 Wochen später, folgende überraschende Antwort erhielt:

Fahrgastrechte für den Arsch
Keine 60 Minuten. Keine 43 Minuten. Nein, 39 Minuten.
Wenn ich jetzt nochmal Einspruch einlege, werden es dann wohl 34 Minuten? Ist das so eine Art Strafabzug für aufmüpfiges Verhalten? Und was war das für ein Zug? Kann der in der Zeit rückwärts reisen? Hat er einen Flux-Kompensator? Wo war ich in den 21 Minuten bis zu meiner Ankunft in Dresden? Vielleicht in der Twilight Zone. Man weiß es nicht.

Immerhin hat mein heutiger Ping-Pong-Kumpel bei Twitter dann recht schnell eingesehen, dass wohl irgendwo ein Fehler passiert sein muss.

Natürlich hätte ich das ganze Ding einfach ad acta legen können. Aber irgendwie habe ich keine Lust auf höfliches Ball Flachhalten. Entweder man hält sich an Fahrgastrechte oder man bietet sie nicht an. Märchenrechnungen jedenfalls sorgen nicht für Sympathien und schon gar nicht für Verständnis.

#sorrynotsorry , liebe Bahn.

Real Life

Uprooted von Naomi NovikUprooted – Naomi Novik
erschienen: 2015, Illustration: CrushCreative

In letzter Zeit habe ich nicht viele Cover gesehen, die mich besonders angesprochen hätten. Darum packe ich diese Woche etwas aus das bereits weiter zurückliegt und in die Rubrik reiner Cover-Kauf fällt: Uprooted
Der Klappentext klang seinerzeit nett genug, aber den Ausschlag hat wirklich die Aufmachung gegeben. Umso erfreulicher war es dann aber zu erkennen, dass Uprooted inhaltlich eine riesige Überraschung war und einen nachhaltigen Eindruck hinterlassen hat. Ein Buch das ohne Umwege in meine Longtime Favoriten eingezogen ist.
Aber da es hier ja heute um das Cover selbst gehen soll höre ich mal auf vom Inhalt zu schwadronieren und schwärme lieber über die Optik. Wer genau die Linol- oder Holzdruckoptik illustriert hat kann ich nicht genau sagen, da hier eine Agentur am Werk war. Aber wer es auch war, er oder sie verdient ein Krönchen, denn das Motiv fängt den Inhalt dieses Märchens für Erwachsene wunderbar ein. Von den kleinen Fachwerkhäusern, über die Pflanzenranken, bis hin zu dem Turm, der seinen Schatten über das Dorf wirft. In der Hardcoverausgabe sind die hier eher beige wirkenden Bereiche außerdem mit Goldfolie gedruckt. Ein Buch das außen wie innen verzaubert.

Mehr Infos zum Inhalt in der Rezension.


Naomi Novik: Uprooted
ISBN: 978-1-4472-9413-9
435 Seiten, HC


Cover